Vorwurf: Fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung durch den Arzt oder Zahnarzt

Wenn ein Patient oder dessen Angehörige Anzeige gegen Sie als Arzt oder Zahnarzt erstatten, weil Ihnen ein Behandlungsfehler unterstellt wird, zieht das in der Regel ein Ermittlungsverfahren nach sich. Der Verdacht lautet auf fahrlässige Körperverletzung oder sogar auf fahrlässige Tötung.

Polizei und Staatsanwaltschaft werden Sie in dem Verfahren entweder zunächst als Zeugen oder gleich von Beginn an als Beschuldigten führen. Lässt sich der Verdacht – auch mit Hilfe von Anwalt Bauer – frühzeitig ausräumen, wird das Ermittlungsverfahren eingestellt. Andernfalls droht ein Strafprozess.

Eine Anzeige gegen Sie als Arzt oder Zahnarzt sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dafür steht zu viel auf dem Spiel.

Als Arzt oder Zahnarzt drohen Ihnen Rufschädigung und der Verlust der Approbation

  • Das Risiko eines Strafprozesses gegen Sie als Arzt oder Zahnarzt beschränkt sich nicht auf die mögliche Verurteilung zu einer Geldstrafe oder sogar einer Haftstrafe.
  • In Folge einer strafrechtlichen Verurteilung droht neben zivilrechtlicher Haftung ein Folgeverfahren vor dem Zulassungsausschuss sowie dem Disziplinarausschuss der Ärztekammer oder Zahnärztekammer. Als Folge kann Ihre Approbation widerrufen werden.
  • Bei angestellten Ärzten steht die Kündigung im Raum.
  • In jedem Fall ist Ihr ärztlicher oder zahnärztlicher Ruf gefährdet. Dafür müssen die Vorwürfe noch nicht einmal zu einer Verurteilung führen. Allein die Berichterstattung in den Medien kann Ihr Ansehen als Arzt oder Zahnarzt nachhaltig schädigen. Deshalb ist der Umgang mit den Medienvertretern ein wichtiger Aspekt der Strafverteidigung im Arztstrafrecht.

Beratung und Unterstützung finden Sie bei Rechtsanwalt Bauer. Arztstrafrecht ist ein Schwerpunkt seiner Anwaltstätigkeit.

Liegt eine Anzeige vor?

Fahrlässige Körperverletzung wird als Antragsdelikt grundsätzlich nur dann von der Staatsanwaltschaft verfolgt, wenn ein Strafantrag gestellt wurde. Ist das noch nicht passiert, besteht das erste Ziel darin, durch kluge Kommunikation mit dem Patienten oder den Angehörigen eine Strafanzeige zu vermeiden.

Schon deshalb sollten Sie möglichst früh Kontakt zu Anwalt Bauer aufnehmen – spätestens dann, wenn ein Patient oder ein Angehöriger mit einer Anzeige droht. Anwalt Bauer wird mit Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen Kontakt mit der Gegenseite aufnehmen.

Wie stets im Strafrecht hängt auch im Arztstrafrecht die erfolgreiche Verteidigung von einer klugen Strategie ab.

Ohne Einwilligung ist eine ärztliche Behandlung grundsätzlich Körperverletzung

Grundsätzlich stellt aus strafrechtlicher Sicht jede ärztliche Behandlung eine Körperverletzung dar, sobald sie mit einem Eingriff in die körperliche Unversehrtheit verbunden ist. Gerechtfertigt ist die Behandlung dann, wenn der Patient nach umfassender Aufklärung wirksam in die Behandlung eingewilligt hat.

Außerdem ist die ärztliche Behandlung auch dann gerechtfertigt, wenn ein Notfall den Arzt zum Handeln zwingt, obwohl der Patient seine Einwilligung gar nicht erteilen konnte. In dem Fall muss der Arzt von einer mutmaßlichen Einwilligung des Patienten ausgehen können, falls dieser zur Entscheidung in der Lage gewesen wäre.

Der erfolgreiche Ausgang eines Verfahrens im Arztstrafrecht hängt sehr oft davon ab, dass die mutmaßliche oder tatsächliche Einwilligung durch den Patienten belegt werden kann. Anwalt Bauer weiß, worauf es dabei ankommt.

Fehlender Behandlungserfolg ist kein Behandlungsfehler

In der Regel drehen sich Ermittlungs- oder Strafverfahren gegen einen Arzt oder Zahnarzt um die Frage, ob dieser seine Sorgfaltspflicht verletzt hat.

Dass eine bestimmte Behandlung nicht den gewünschten Erfolg hat, stellt noch lange keinen Behandlungsfehler dar, selbst wenn Patienten oft genau dies glauben. Vielmehr muss für einen Behandlungsfehler ein Verstoß gegen die ärztliche Kunst vorliegen – gegen das, was in der entsprechenden Fachrichtung als Standard gilt.

Rechtsanwalt Bauer wird sehr genau prüfen, ob dieser Vorwurf haltbar ist, und alle Argumente vorbringen, die dagegensprechen.

Die Frage der Einwilligung

„Hätte der Arzt über die Konsequenzen der Behandlung aufgeklärt, wäre niemals eine Einwilligung erfolgt“ – so lautet eine typische Behauptung von unzufriedenen Patienten oder ihren Angehörigen. Damit hängt die behauptete fahrlässige Körperverletzung des Arztes nicht von einem möglichen Behandlungsfehler ab. Vielmehr geht es darum, ob der Patient wirksam in die Behandlung eingewilligt hat.

Allerdings reicht allein die Behauptung des Patienten, man habe ich nicht umfassen informiert, nicht aus, um den Arzt vor Gericht zu bringen oder gar zu verurteilen. Vor allem wenn eine Einwilligungserklärung unterzeichnet wurde, lassen sich oft berechtigte Zweifel an der Behauptung konstatieren, es habe keine ausreichende Aufklärung stattgefunden.

Bei der Frage nach der Patientenaufklärung geht es letztlich um Aspekte der Beweiswürdigung. Hier ist Anwalt Bauers Stärke im Strafprozessrecht ein entscheidender Vorteil für Sie als Mandanten.

Die ärztliche Methoden- und Therapierfreiheit

Entspricht eine ärztliche Behandlung dem medizinischen Standard? Bei der Beurteilung spielen die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften eine wesentliche Rolle. Allerdings geben die Leitlinien nur einen Rahmen für die Behandlung eines bestimmten Krankheitsbildes vor.

Das Abweichen von der Leitlinie ist nicht automatisch ein Behandlungsfehler, denn die Leitlinie kann nie alle Konstellationen abbilden. Im Rahmen der ärztlichen Methoden- und Therapierfreiheit ist eine nicht leitliniengerechte Behandlung zulässig, manchmal ist sie sogar geboten. Dazu gehört eine sogenannte Neulandbehandlung ebenso wie der Off-Label-Use von Medikamenten, also deren Verschreibung außerhalb der zugelassenen Anwendungsbiete.

Sachverständigengutachten spielen in Strafprozessen um angebliche Behandlungsfehler fast immer eine entscheidende Rolle. Als Ihr Strafverteidiger wird Anwalt Bauer seine Erfahrung mit Gutachterprozessen ausspielen.

Sterbehilfe und Behandlungsabbruch

Wenn ein Arzt lebenserhaltende Maßnahmen unterlässt oder abbricht, kann das schnell zu einer Anzeige durch Angehörige des Patienten führen. Ein Behandlungsabbruch ist nur dann gerechtfertigt, wenn dies erstens dem tatsächlichen oder mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht. Zweitens muss der Behandlungsabbruch zum Ziel haben, dem Krankheitsprozess ohne weitere medizinische Behandlung seinen Lauf zu lassen, was dann zum Tod des Patienten führt. Der Behandlungsabbruch kann also auch im Unterlassen weiterer Behandlungsmaßnahmen bestehen.

Aus Sicht des Arztstrafrechts ist die sogenannte passive Sterbehilfe ein komplexes Gebiet. In der strafrechtlichen Praxis werden Fälle von Sterbehilfe oft noch weiter kompliziert, weil unter den Angehörigen verschiedene Lager bestehen.

Rechtsanwalt Bauer wird seine ganze Kompetenz als Strafverteidiger und Anwalt für Arztstrafrecht in die Waagschale werfen, um Sie gegen den Vorwurf eines Behandlungsabbruchs entgegen dem Patientenwillen zu verteidigen.

 Unterlassene Hilfeleistung

 Für Ärzte und Zahnärzte gilt wie für jede andere Person die Pflicht, bei Unglücksfällen sowie in Not oder Gefahr Hilfe zu leisten, soweit dies erforderlich und zumutbar ist. Aber auch ein Arzt muss keine Rettungshandlung vornehmen, wenn er dadurch andere wichtige Pflichten verletzt. Er ist auch nicht verpflichtet, sich durch eine Rettungshandlung selbst in Gefahr zu bringen.

Wenn Sie als Arzt wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden, wird Anwalt Bauer Sie gegen diesen Vorwurf in Schutz nehmen.