Markus Bauer ist als  Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg, Hannover, Hameln und ganz Norddeutschland tätig. Er berät Sie, wenn Sie ein Arbeitszeugnis einfordern oder rechtlich prüfen lassen möchten. Auch bei einer Berichtigungsklage, etwa wegen unerlaubter versteckter Zeugniscodes, vertritt er Sie mit Sachverstand und Engagement.

1. Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis

Im Zusammenhang mit Zeugnissen ist oft von einem „qualifizierten
Arbeitszeugnis“ die Rede. Dieses ist vom so genannten einfachen Arbeitszeugnis zu unterscheiden.

Ein einfaches Arbeitszeugnis enthält nur Angaben über:

  • die Personalien des Mitarbeiters
  • den Zeitraum der Beschäftigung
  • die Art der ausgeübten Tätigkeit.

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält demgegenüber weitere Aussagen über:

  • die Leistungen des Arbeitnehmers (Arbeitsleistungen, Arbeitserfolg usw.) und
  • das gesamte Verhalten des Arbeitnehmers

In der Regel sollten Arbeitnehmer deshalb ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen, es sei denn, es wird lediglich ein Beschäftigungsnachweis benötigt.

2. Arbeitszeugnis einfordern

Als Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf ein Arbeitszeugnis, wenn Ihr Arbeitsverhältnis endet – sei es durch Kündigung, Aufhebungsvertrag oder infolge Befristung. Sie müssen den Arbeitgeber allerdings dazu auffordern es auszustellen. Lediglich Auszubildenden hat der Chef ein Zeugnis auch zu erteilen, ohne dass sie dieses beantragen müssten.

Anspruch auf ein Arbeitszeugnis haben auch:

  • Teilzeitbeschäftigte
  • befristetet Beschäftigte
  • Aushilfen
  • einer Nebentätigkeit nachgehende Personen
  • Praktikanten
  • Auszubildende
  • Zeitarbeiter, aber nur gegenüber der Zeitarbeitsfirma

Wichtig zu wissen: Wer die Firma nicht verlässt, sondern im laufenden Arbeitsverhältnis ein so genanntes Zwischenzeugnis haben möchte, muss dies besonders begründen können. Anerkannte Gründe sind z.B. ein Vorgesetztenwechsel oder eine beabsichtigte Bewerbung – intern oder extern.

Weigert sich Ihr Arbeitgeber trotz Aufforderung, Ihnen ein Zeugnis auszustellen, sollten Sie Rechtsrat einholen. Markus Bauer ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und setzt Ihren Anspruch auf Zeugniserteilung für Sie durch.

3. Form und Inhalt des Arbeitszeugnisses

Zu den anerkannten formellen Anforderungen an ein Arbeitszeugnis gehören insbesondere folgende:

  • Ausdruck im DIN A4-Format, also keine digitale Form
  • unbeschädigtes Firmenpapier
  • Maschinenschrift
  • letzter Arbeitstag als Ausstellungstag
  • Unterschrift des Geschäftsführers, Personalchefs oder eines direkten Vorgesetzen

Auch inhaltlich ist eine bestimmte Zeugnisstruktur Usus. Danach sollte es folgendes enthalten:

  • die Überschrift „(qualifiziertes) Arbeitszeugnis“
  • Angaben
    zur Firma
  • Angaben zum Mitarbeiter (Personalien)
  • Eintrittstermin
  • Beschäftigungsende
  • Aufgaben, Verantwortungsbereich usw.
  • eine Leistungsbewertung
  • eine Verhaltensbeurteilung. Fehlt sie komplett, kann dies ein verdeckter Hinweis auf Defizite sein
  • den Austrittsgrund (optional). Er darf nur mit Einverständnis des Arbeitnehmers genannt werden
  • eine Schlussformulierung mit Danksagung (optional). Es besteht kein Anspruch auf eine solche Schlussformel

Wenn Ihr Arbeitszeugnis von den üblichen Standards abweicht, sollten Sie Rechtsanwalt Bauer einschalten. Egal ob Ihr Zeugnis verschmutzt ist, handschriftlich oder auf Makulaturpapier verfasst wurde, extrem kurz ausfällt bzw. wichtige Angaben fehlen oder es von einer nicht autorisierten Person (z.B. Sekretärin) unterschrieben wurde: Der Arbeitgeber darf beim Zeugnis nicht ohne Weiteres von den üblichen Standards abweichen.

4. Unzulässige Formulierungen und Zeugniscodes

In vielen Zeugnissen finden sich neben den vorgenannten Inhalten auch Formulierungen, die unter dem Begriff „Zeugniscodes“ bekannt geworden sind. Wenn Sie ein Arbeitszeugnis mit hinter solchen Floskeln versteckten abwertenden Aussagen erhalten haben, dann können Sie sich dagegen wehren und eine Zeugnisberichtigung durchsetzen.

Beispiele hierfür sind etwa doppeldeutige, nicht wohlwollende Kommentare in der Schlussformel, wie „wir wünschen Ihm für die Zukunft vor allem Erfolg“ – d.h. bisher war er wenig erfolgreich. Außerdem Formulierungen, hinter denen sich etwa Hinweise auf Alkoholismus des Arbeitnehmers verbergen („er war sehr gesellig“).

Anspruch auf eine bestimmte Zeugnis-Note haben Arbeitnehmer nicht. Eine Bewertung, die besser ist als ein Befriedigend, müssen sie durch den Nachweis guter Leistungen untermauern können. Will der Arbeitgeber allerdings nur ein Ausreichend geben, so ist er in der Nachweispflicht.

Hier ein Überblick über Zeugnisformulierungen, die auf bestimmte Noten (1-5 und schlechter) hinweisen:

  • „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ – Note 1
  • „stets zu unserer vollen Zufriedenheit“ – Note 2
  • „zu unserer vollen Zufriedenheit“ – Note 3
  • „zu unserer Zufriedenheit“ – Note 4
  • „in der Regel zu unserer Zufriedenheit“ – Note 5 und schlechter

Wenn Sie mit den Beurteilungen in Ihrem Arbeitszeugnis nicht zufrieden sind oder sich unsicher sind, ob es etwa versteckte negative Zeugniscodes enthält, durch die Ihnen in Ihrem beruflichen Fortkommen Nachteile drohen, sollten Sie es rechtlich prüfen lassen. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen ein klar, wahrheitsgemäß und wohlwollend formuliertes Zeugnis zu erteilen. Als erfahrener Fachanwalt für Arbeitsrecht kennt Markus Bauer die geheime Zeugnissprache genau. Er durchleuchtet alle Formulierungen und klagt für Sie, wenn nötig, auch vor Gericht auf Zeugnisberichtigung.